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  • Kevin Drewes

Ku’Damm 56: Großartige Musical-Umsetzung des TV-Dreiteilers feiert Weltpremiere



Eigentlich haben Peter Plate und Ulf Leo Sommer schon alles erreicht. Sie prägten mit Rosenstolz die deutsche Popmusik, bescherten Sarah Connor nach ihrer Pause den größten Erfolg der Karriere, schafften es aus der Schlagerkönigin Michelle ganz neue Seiten rauszuholen und schrieben mit „Liebe kann uns retten“ den wohl stärksten Roland Kaiser – Song. Doch eines fehlte da doch noch: Ein Musical. Zusammen mit der mehrfach ausgezeichneten Annette Hess machten sie aus dem erfolgreichen Event-Dreiteiler „Ku’Damm 56“ ein Musical. Heute feierte das Stück Weltpremiere im Theater des Westens. Ob die Umsetzung gelungen ist? Der rasende Reporter war Ort und verrät es euch…


Unter strengen Auflagen (2G Plus) konnte der Saal voll besetzt werden. Und das war er bis auf ganz wenige freie Plätze auch. Mitten in einer weiteren dunklen Stunde der Pandemie wagten die Macher, die lange Planung durchzuziehen und setzen damit ein Zeichen, dass es weitergehen kann – und auch muss. Denn eines ist klar: Noch ein Lockdown würde der Kulturbranche nahezu den Gnadenstoß verpassen.


Monika revolutioniert und hat ihren ganz eigenen Kopf


„Ku’Damm 56“ dreht sich um Caterina Schöllack und ihre Töchter Monika, Helga und Eva. Mitten in der rauen Nachkriegszeit, wo die NS-Zeit noch immer nachwirkt, spielt das Stück. Der zweite Weltkrieg hat seine Spuren hinterlassen. So ist es vor allem Otto Franck, der die veralteten Ansichten der NS noch immer lebt und nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen will. Stark gespielt wird er von Rudi Reschke (hier ist seine Performance von „Zügellos“ hervorzuheben, das ist schon ganz große Kunst). Darunter leidet auch sein Sohn Joachim, der förmlich unterdrückt wird und erst spät seinen eigenen Weg geht und mit sich ins Reine kommt. Unterdrückt wird auch Monika, die Hauptperson des Stücks, wenn man so will. Die Tochter der Tanzschulbesitzerin Caterina revolutioniert, wo sie nur kann. Sie passt so gar nicht in das Bild der Vorstellung einer Frau in den 50ern. Damit ist die junge Dame ihrer Zeit weit voraus. Hervorragend besetzt wurde sie mit Sandra Leitner. Musikalisch muss man bei „Ku’Damm 56“ Isabel Waltsgott, die eine sehr vielseitigen Klangfarbe vorweist, hervorheben. In ihrer lieblichen Stimme steckt ein echter Orkan, den sie mehrmals ausspielen kann.


Die Geschichte von Ku'Damm 56 ist aktueller, als man denkt


Auch die Männer überzeugen in vielerlei Hinsicht. Freddy, gespielt von David Jakobs, ist in mehrfacher Hinsicht der Rolle von Monika ähnlich. Auch er stellt eine ganz andere Form von dem damals „erwünschten“ Mann dar. So lebt er nach dem Motto. „warum nur eine Frau, wenn man mehrere haben kann?“ Ganz anderes hingegen ist Wolfgang. Er ist homosexuell und will es selbst nicht wahrhaben. Ein großer Grund dafür ist der Druck der Gesellschaft. Auch hier zeigt sich, wie aktuell die Story ist, obwohl sie über 60 Jahre vor 2021 spielt. Noch heute ist eben dieser oft ein Problem. Auch Neues wird nicht selten verschrien, ob damals der Rock'n Roll (auch ein großes Thema des Stücks) oder heutzutage der Schlager, der vielseitiger denn je ist. Und das ist gut so. Es darf nicht nur schwarz und weiß geben, die Welt ist bunt. Und jeder soll so leben, wie er selbst es für richtig hält. Genau das vermittelt „Ku’Damm 56“ das mit einem erstklassigen, größtenteils sehr jungen Ensemble und starken Kompositionen daherkommt. Tickets gibt es hier: https://www.stage-entertainment.de/musicals-shows/kudamm-56-berlin


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